Die Casamance ist der tropische Teil Senegals im Süden dieses wunderbaren Reiselandes, südlich von Gambia und nördlich von Guinea und Guinea-Bissau gelegen. Hier wächt auch meine Lieblingspflanze, der Baum der Reisenden (Ravenala madagascariensis). Natürlich könnte man auch von Dakar in die Casamance fliegen, aber es gibt noch drei Alternativen, um vom Norden Senegals in die Casamance zu kommen: Mit dem Schiff von Dakar nach Ziguinchor (der Hauptstadt der Casamance), mit dem Bus oder Auto über Tambacounda um Gambia herum, oder mit dem Bus direkt von Dakar nach Ziguinchor einmal quer durch Gambia. Ich entschied mich für die letzte der Varianten, da ich im Schiff nur noch ein Ticket für eine Kabine für 8 Passagiere bekommen hätte. Da erschien mir eine vermeintlich 11 stündige Busfahrt mit dem DAKAR DEM DIKK Reisebus doch bequemer als die Schiffsreise. Ich konnte ja nicht ahnen, dass der Bus wegen eines Motorschadens kurz hinter Mbour liegen blieb und es drei Stunden dauerte, bis die Fahrt in einem Ersatzbus weitergehen konnte.
Ziguinchor liegt am südlichen Ufer des Flusses Casamance, dem Namensgeber der gesamten Region. Die Stadt ist staubig und sehr heiß, wahrlich kein Ort für einen längeren Aufenthalt. Am besten lässt es sich am Abend in einem der Biergärten am Flussufer aushalten. Interessant ist das Museum "le Joola de Ziguinchor", mit dem an den Untergang einer vollbesetzten Fähre von Dakar nach Ziguinchor erinnert wird. Und außerdem gibt es ein Konsulat von Guinea-Bissau, wo ich für etwa 30 Euro in weniger als 15 Minuten ein Visum für Guinea-Bissau erhielt. Nach nur zwei Übernachtungen fuhr ich dann mit einem Minibus weiter nach Cap Skirring, dem touristischen Zentrum an der Küste der Casamance.
Cap Skirring ist zwar ein touristisches Zentrum mit Flughafen, aber man findet trotzdem sehr nette und ruhige kleine Unterkünfte am wunderschönen langen Sandstrand (wie das Campamento Chez Campos, von dem aus man übrigens auf den Baum der Reisenden blickt). Wenn schon Strandurlaub, dann durchaus an einem Ort wie diesem. Und lange Spaziergänge mit dem Füßen im warmen Wasser oder im weichen Sand, das hat ja auch etwas. Wer dann durch die Dorfstraße zurück zum Campos läuft, der/die trifft vielleicht auch wieder den kleinen Flötenspieler.
Er ist nicht ganz einfach, der Weg von Cap Skirring nach Kachiouane. Zuerst mit dem Sammeltaxi von Cap Skirring nach Diebering und dann zum Beispiel zu Fuß die 10 Kilometerchen einen abenteuerlichen Weg entlang (zumeist Sandpiste) bis zur Campement Kaymba Lodge. Wer nicht so gut zu Fuß ist, der kann sich auch per Allrad-Taxi oder Motorrad-Taxi bringen lasen. Ich bin natürlich zu Fuß los, aber zwei Kilometer vor der Lodge kam aus dem Nichts ein junger Mann mit Auto vorbei, der mich überreden konnte, doch den Rest des Weges im Auto mitzufahren. Inzwischen war es auch schon 12 Uhr mittags und ich muss gestehen, dass es dann doch ganz schön war, die Wanderschuhe schon etwas eher wieder ausziehen zu können. In Kachiouane ist nichts los, absolut nichts. Außer ganz viel Ruhe und mitunter abendlicher Musik in einer der wenigen Lodges. Ein Juwel, dieses Kachiouane am südlichen Ufer des Casamance Flusses, gleich gegenüber der Insel Karabane
Zuerst fuhr ich mit einer Piroge von Kachiouane nach Elinkin und dann mit einem Minibus weiter nach Ziguinchor. Wie ich später in Guinea-Bissau erfahren sollte, ist der Hafen von Elinkin der Heimathafen der Africa Princess, und auch der Großteil der Besatzung dieses Schiffes, mit dem ich kurz darauf durch das Bijagos Archipel in Guinea-Bissau reiste, stammt aus der Casamance. In Ziguinchor sah ich auch noch einmal eines der weit verbreiteten Transport-Motorräder.