Mauretanien

Mauretanien hat mehr zu bieten als Wüste und Kamele. Die Hauptstadt Nouakchott war vor nicht langer Zeit ein kleines Dörfchen, jetzt wohnen hier mehr als 1 Million Menschen. In den Fischerdörfern an der Küste aber scheint sich das Leben nicht allzu sehr verändert zu haben. Mauretanien ist ein konservatives islamisches Land, was mir eine neuntägige alkoholfreie Zeit beschert hat. Kein Bier ist auch keine Lösung, um mal einen berühmten Philosophen zu zitieren (in leicht abgewandelter Form).

in der Hauptstadt Nouakchott

Nouakchott ist keine besonders schöne Hauptstadt. Die Straßen sind breit, die Architektur nicht besonders originell, aber dafür hatte ich Glück: Sowohl mit der Auberge Triskell, wo ich in einer Hütte auf dem Dach übernachtete, als auch mit dessen Besitzer Sebastien, dazu später mehr. Außerdem nahm mich Mathieu mit zur Galerie Zeinart, wo ich einen wunderbaren Sonnabend Vormittag verbrachte, inmitten eines Marktes und mit ganz vielen Weißnasen, u.a. KünstlerInnen, GEZlerInnen und NGOlerInnen.

Auf dem Fischmarkt

Es sind nur ein paar Kilometer von Nouakchott zum Strand und dem dortigen Fischmarkt. Mit der Sammeltaxi kostet die Fahrt dorthin nur ein paar Cent. Am Nachmittag kommen die Fischer mit ihren Booten zurück und der Fang wird schon am Strand von den Händlern empfangen. Alles sehr bunt und sehenswert.

Fahrt zum Camp im Nationalpark du Banc d`Arguin

Mit meinem Fahrer und Guide Lemine ging es dann nach Norden ins Camp im Nationalpark du Banc d´Arguin. Dort übernachtete ich zwei Nächte in einem Zelt. Da Lemine vorher noch andere Gäste nach Nouakchott zurückbrachte, kamen wir erst im Dunkeln im Camp an. Das Camp bei Arkeiss liegt direkt am Meer, entsprechend windig war es auch in der Nacht. Am nächsten Morgen sah ich, dass es dort aber ganz schön aussah, auch wenn die sanitären Einrichtungen, nun ja....

Unterwegs mit den Fischern von Iwik

Über die Wüstenpiste fuhren wir zum Fischerdorf Iwik. Von dort aus fuhren Lemine und ich mit dem Fischer und seinen Helfer zum Angeln in die Bucht hinaus. Hierher kommen auch viele Vogelbeobachter. Leider ist meine Kamera doch nicht gut genug, um die Vögel (und die Delphine) aufs Bild zu bannen. Immerhin fingen wir viele Doraden, von denen wir einige im Salzwasser geschmort sogleich verspeisten. Lemine fing den ersten Fisch seines Lebens, den er stolz präsentierte. Und irgendwie sehe ich wohl aus wie der alte Mann und das Meer. Nach der Angeltour beobachteten wir noch Vögel und fuhren dann zum Camp zurück. Zum Abendessen gab es dann selbst gefangene Doraden.

Rückfahrt nach Nouakchott mit Besuch eines weiteren Fischerdorfes

Nach zwei Nächten im Camp freute ich mich wieder auf die Auberge Triskell. Der Ausflug mit Lemine war sehr unterhaltsam. Alleine wäre ich nie in den Nationalpark gekommen, da hierfür auf jeden Fall Ortskenntnis und ein Vierradantrieb erforderlich ist.

Ma'a salam, Mauretanie

Und wieder einmal kam mir der liebe Reisegott zu Hilfe. Sebastien, der Besitzer der Auberge Triskell, fuhr tatsächlich genau an dem Tag mit einem Angestellten und seinem kleinen Renault von Nouakchott über Diama nach Dakar, als auch ich zurück nach Senegal wollte. Nach 12 Stunden brachte er mich dann tatsächlich noch genau zu dem von mir vorab gebuchten Hotel. Und wären wir nicht im Sand des Nationalparks Diawling stecken geblieben (und nach einiger Zeit von einem vorbeikommenden Taxi wieder rausgezogen worden), dann wären wir sogar noch eher in Dakar angekommen.