Guinea-Bissau

Guinea-Bissau ist phantastisch! Bissau ist meine Lieblingshauptstadt in Westafrika. Eine völlig relaxte Atmospäre, eine Altstadt im portugiesischen Kolonialstil, und wieder einmal unglaublich freundliche Menschen. Überhaupt kein Vergleich mit den teilweise etwas anstrengenden Hauptstädten der anderen Länder meiner diesjährigen Reise. Und vor der Küste befindet sich ein UNESCO-Welterbe, das Bijagos Archipel.

Von Ziguinchor in Senegal nach Bissau

Nachdem ich mir in Ziguinchor (in der Casamance, Senegal) in dem Konsulat von Guinea-Bissau mein Visum besorgt hatte, fuhr ich mit einem Minibus/Sammeltaxi nach Bissau. Es war eine sehr staubige Angelegenheit! 

Bissau

Wie gesagt, meine Lieblingshauptstadt in Westafrika! Auch ein sehr schönes Hotel, die Residenz Coimbra. Und auf der bei Expats sehr beliebten Terrasse des Hotels Kalliste am Che-Guevara-Platz kann man in Ruhe ein Bierchen trinken und gut essen. 

mit der Africa Princess durch das Bijagos Archipel

Im Lonely Planet Reiseführer fand ich den Tip, mit der Africa Princess das Bijagos Archipel zu erkunden. Eine sechstägige Schiffsreise zu teilweise unbewohnten Inseln auf einem Schiff mit nur vier Kabinen für Gäste und mit einer hervorragenden Crew aus der Casamance (plus dem Einheimischen Pinto). Die wohl schönste Art, das Archipel zu erkunden und auch mit den Bewohnern in Kontakt zu kommen. Die Tour startet immer Sonnabends in Bissau und endet dort am nächsten Freitag. Man kommt in eine unberührte Natur und trifft auf Menschen, die nur sehr wenig Kontakt mit der Außenwelt haben. Die Portugiesen hatten die meisten der Inseln niemals unterworfen und das traditionelle Leben der Bewohner hat sich nur wenig verändert. Das soll auch so bleiben, dafür sorgen die Königinnen der Inseln. Was in unserer heutigen Welt voller Autokraten (fast ausschließlich Männer) eine absolute Rarität darstellt: Die Menschen hier leben in einem Matriarchat. Die Welt sähe besser aus, hätten Frauen nicht nur hier nicht nur das Sagen, sondern auch die Macht!   

Begegnungen im Bijagos Archipel

Wir besuchten einige Dörfer, u.a. das Dorf Anghodjigan auf der Insel Canhabaque, wo unsere Ankunft bereits von einigen Kindern am Strand erwartet wurde. Unser Besuch war angekündigt, schließlich waren wir ja auch zur Audienz bei Königin Nacia. Wobei - die Queen schaute not amuzed aus, trotz unserer Gastgeschenke (Brandwein und Kautabak für sie, Kleidung, Stifte und Hefte, Bälle, Luftballons für die Kinder, Wasser, Seife, und einiges mehr für die Erwachsenen). Die Kinder wirkten wie überall in den Dörfern im Bijagos Archipel unglaublich glücklich und sozial äußerst gefestigt. In einem weiteren Dorf kamen wir an einem anderen Tag auf der Insel Orangozinho auch an einer Schule vorbei.

Tiere und eine paradiesische Landschaft

Unberührte lange Strände, Mangroven, und eine beeindruckende Tierwelt. Ein besonderes Erlebnis waren die Schildkrötenbabies, die Pinto ausgrub und die wir zum Meer geleiteten. Immerhin schaften sie es so schon einmal bis ins Wasser (und wurden nicht vorher von den Krabben gefressen). Allerdings wird nur eine von 1000 Schildkröten, die es bis ins Meer geschafft haben, wieder zum Strand zurückkehren.